Wer regelmäßig an einem Angelgewässer unterwegs ist, kennt die kleinen Boote, die ferngesteuert über das Wasser fahren, um Köder auszubringen.
Auch Feuerwehrmann Dirk Jan Mollema ist leidenschaftlicher Karpfenangler und erkannte das Potenzial eines solchen Bootes für seine Arbeit auf und rund ums Wasser.
„Bei der Feuerwehr Emmen gab es bereits eine kleine Gruppe, die sich mit Innovationen im Bereich Sonar beschäftigt hat. In diesem Bereich gibt es enorme Entwicklungen, vor allem in der Sportfischerei. Das ist ein Hobby von mir, daher wusste ich bereits, was möglich ist. Das haben wir weiter ausgearbeitet.“
Das Ergebnis ist ein knallrot lackiertes Futterboot – allerdings mit einem leistungsstarken Sonar an Bord. Die Sicherheitsregion nutzt das Boot, um Wasserflächen und Gewässerboden zu kartieren, wenn eine Meldung über ein Auto oder eine Person im Wasser eingeht. „Das macht einen stolz“, bestätigt Mollema. „Vor allem, weil es funktioniert.“
Das Boot spart dem Taucherteam der Feuerwehr Emmen viel Zeit und Aufwand. Noch bevor sie am Einsatzort eintreffen, kann das Boot bereits einen Teil des Gewässers kartiert haben. So werden die möglichen Suchgebiete deutlich eingegrenzt und die Taucher müssen wesentlich kürzer ins Wasser.
„Die Unterwasserzeit der Opfer wird dadurch erheblich verkürzt“, sagt Martijn Louissen, Koordinator für Wasserunfallbekämpfung bei der Sicherheitsregion. „Dadurch kommt eine Person sehr wahrscheinlich schneller an die Oberfläche und hat somit eine höhere Überlebenschance.“
Geplant ist, in Drenthe zwei Teams mit diesen Booten auszustatten. So kann überall in Drenthe schnell mit einer Suche begonnen werden. Das ist auch deshalb wichtig, weil die freiwillige Tauchgruppe in Assen aufgelöst wurde. Das Sonarteam kann bereits eine gründliche Suche durchgeführt haben, bevor Tauchteams aus Emmen, Zwolle oder Groningen eintreffen.
Jeroen Antoons ist Projektleiter für Extended Reality und digitale Entwicklung. Seiner Meinung nach kommen solche Hilfsmittel bei den Rettungsdiensten immer häufiger zum Einsatz. Er verweist auch auf ein Miniaturauto mit einer 360-Grad-Kamera, das ganz normal im Handel erhältlich ist. Zudem nutzt die Feuerwehr bereits seit einiger Zeit fliegende Drohnen, um die Einsatzkräfte beim Überblick zu unterstützen.
Laut Antoons versucht die Sicherheitsregion, Mitarbeitende zu ermutigen, mit solchen Ideen zu kommen. „Das ist besonders wichtig, weil die intrinsische Motivation dann von unten kommt. Man hat Rückhalt aus der eigenen Gruppe. Es ist für sie – deshalb freue ich mich sehr, dass sie mit solchen Initiativen kommen.“
https://www.rtvdrenthe.nl/nieuws/18014841/brandweerman-dirk-jan-innoveert-tijdens-het-vissen?
